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November
2007
„Gott ist kein Fremder,
Er kann meine Muttersprache sprechen“
Verstehen
die Leute in Russland kein Russisch? Ist die Bibelübersetzung in
die Minderheitensprachen wirklich nötig? Wie wichtig ist die
Muttersprache – und was bedeutet es, die Bibel in dieser Sprache zu haben?
Das sind Fragen mit denen wir immer wieder konfrontiert werden.
Vor ein paar Wochen
hatten wir Besuch von einer jungen Frau, die sich darauf vorbereitet,
in einer der Turksprachen Russlands zu arbeiten – es handelt sich dabei
um ihre Muttersprache. Sie hatte Gott in ihrer eigenen Religion gesucht,
aber sie ist trotz des Widerstandes ihrer Familie schliesslich Christin geworden.
„In einem Faltblatt hatte ich gelesen, wie wichtig die Muttersprache ist, und da
habe ich angefangen über meine Muttersprache nachzudenken”,
sagte sie. „Neben der Sprache, die wir zu Hause sprechen, habe ich meine
Schul- und Universitätsausbildung auf Russisch und Englisch
absolviert – welche Sprache ist nun meine Muttersprache? Als ich aber das
Johannesevangelium zum ersten Mal in meiner eigenen Sprache las, war es,
als ob ich noch einmal Christ würde. Es war eine so intensive Erfahrung:
Mein Verständnis war ein ganz anderes, als wenn ich es auf Russisch las.
Es wurde mir klar, dass meine Muttersprache wirklich die Sprache meines Herzens ist!“
Ein Kurde sagte: „Als
ich ein junger Mann war, sagte ich zu mir selbst: ‚Ich lebe unter Armeniern,
ich kann Armenisch sprechen und etwas Russisch, warum sollte ich die
Mühe auf mich nehmen, Kurdisch zu lernen? Ich habe kein eigenes
Heimatland, warum soll ich also die Sprache lernen?’ Ich kämpfte
mit diesen Fragen, aber als ich Gott kennen lernte, verstand ich: Wenn
Gott mir diese Sprache gegeben hat, dann muss ich meine Muttersprache
lernen. Gelobt sei der Herr! Es gibt keinen Unterschied vor Ihm, und jeder
soll in seiner eigenen Sprache reden und lesen. Jetzt lese und schreibe ich
meine Muttersprache, und ich lese das Neue Testament. Meine Familie
benutzt zu Hause Kurdisch; sogar meine Kinder sprechen die Sprache.
Ich bin Gott dankbar, dass er mir das richtige Verständnis gegeben
hat, und ich bin so glücklich, Kurde zu sein.“ „Das Neue Testament
in unserer Sprache zu haben, bedeutet sehr viel für uns Kurden und
unser Selbstvertrauen, und auch weil wir viele neue Wörter durch es
gelernt haben“, ergänzte ein anderer Kurde.
„Ich bin in der Stadt aufgewachsen,
wo man Russisch spricht,“ berichtet eine junge lesginische Frau. „Als ich Christ
wurde, las ich die Bibel auf Russisch. Für mich war Gott russisch, und
obwohl ich ihn kannte, war er stets ein Fremder für mich. Eines Tages
hörte ich das Evangelium auf Lesginisch, und plötzlich verstand
ich, dass Gott kein Fremder ist; er kann meine Muttersprache sprechen! Die
vertrauten Worte des Evangeliums hörten sich frisch an; sie waren voll
von Leben und berührten das Innerste meines Herzens – und das obwohl
ich zu diesem Zeitpunkt kaum Lesginisch konnte. Aber das hat mich dazu
veranlasst, meine Sprache zu lernen.“
Deshalb übersetzen wir
die Bibel – es gibt nichts, was das Herz eines Menschen so sehr
berühren kann wie die Muttersprache
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Ref. Kirchgemeinde Hirzenbach, 8051 Zürich
Vermerk "Institut für Bibelübersetzung"
in Deutschland
Auskunft unter
ibt_inform@ibt.org.ru
(Wenn möglich bitte in Englisch).
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