Institut für Bibelübersetzung _


Übersetzung und Verlegung von biblischen Texten in Sprachen nichtslawischer Volksgruppen Russlands und anderer Länder der GUS


 

   
 

April 07 März 07 Februar 07 Januar 07 I


Rundbrief
 

März 2007

Ein historischer Tag!

Freitag, der 2. März 2007 war ein historischer Tag für das IBÜ Russland/GUS – an diesem Tag erhielten wir aus der Druckerei die ersten Exemplare von zwei Neuen Testamenten – auf Kumückisch und Tschetschenisch. Diese beiden Volksgruppen sind muslimisch und leben im Kaukasus, und für beide Volksgruppen ist es ihr allererstes Neues Testament.

Es gibt etwa 1,3 Millionen Tschetschenen. Sie leben hauptsächlich in Tschetschenien, im Nordkaukasus, und erlangten weltweite Bekanntheit durch die tragischen Kriege in den 1990er Jahren. Tausende Tschetschenen und Russen verloren ihr Leben und grosse Teile der Nation liegen immer noch in Trümmern. Eine tschetschenische Gläubige drückte ihre Hoffnung für die Zukunft so aus: “Gottes Wort kann Hoffnung zu unseren Leuten bringen. Wir leben in einer extrem schwierigen Situation und brauchen Trost.“

„Aufgrund meiner Arbeit an der Bibelübersetzung hat sich mein Leben vollkommen verändert. Ich denke nicht, dass ein Mensch derselbe bleiben kann, nachdem er die Bibel gelesen oder übersetzt hat. Dieses Buch hat die Antworten auf alle Probleme des Lebens. Es gibt uns unserem Leben eine Richtung und lehrt uns so zu leben, wie es Gott gefällt,“ sagte einer unserer tschetschenischen Übersetzer.

„Ignoranten verbreiten, dass es schädlich ist, die Bibel und andere heilige Bücher in andere Sprachen zu übersetzen,” merkte ein berühmter kumückischer Dichter an, der half das kumückische Neue Testament in sprachlicher Hinsicht zu bearbeiten. „Ganz im Gegenteil, es ist sehr gut, dass die Leute die Möglichkeit bekommen, mit einem der Hauptwerke der religiösen Weltliteratur bekannt zu werden. Schon seit Jahrhunderten ruft die Bibel die Menschheit zu Liebe und Barmherzigkeit auf. Bibelübersetzung bereichert Nationen und führt zu besserem gegenseitigen Verständnis.“ 

Die Kumücken sind die viertgrösste ethnische Gruppe (423.000) in Dagestan, einer Republik am Westufer des Kaspischen Meeres in Südrussland. Auf ihrem Gebiet werden mehr als 30 Sprachen gesprochen, und das kumückische Neue Testament ist das erste in einer dieser Sprachen. Es gibt in jüngster Zeit eine steigende Tendenz die nationalen Kulturen in Dagestan wieder zu beleben, und die Muttersprachen werden ins Schulprogramm aufgenommen. Eltern wollen, dass ihre Kinder ihre Muttersprache sprechen, und glauben, dass ihre Volksgruppen solange überleben, wie es deren Sprachen tun.

„Die Leute halten sich für religiös, aber die meisten von ihnen kennen weder den Islam noch das Christentum,“ merkte ein anders Mitglied des Übersetzerteams an. „Sie sind einfach an eine negative Einstellung gegenüber dem Christentum gewöhnt worden – sie nehmen es als eine russische Religion wahr. Wenn ich mit den Menschen über Gott in ihrer eigenen Sprache spreche, und wenn ihnen bewusst wird, dass sie mit Gott in ihrer eignen Sprache reden können, dann hilft ihnen das, den Sinn der Bibel besser zu verstehen. Wenn Sie mit den Leuten auf Russisch reden, lehnen sie Ihre Worte ab. Aber wenn sie Sie Kumückisch reden hören, akzeptieren sie das, was Sie ihnen sagen.“

Projekt des Monats

In Dagestan schreitet die Arbeit an 11 verschiedenen Bibelübersetzungen voran. Bitte unterstützen Sie diese mit Ihrer Spende in diesem Monat.

Hier können Sie den monatlichen Rundbrief des IBÜ bestellen.

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