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Institute for Bible translation, Russia\CIS
Institut für Bibelübersetzung
Institute for Bible Translation, Russia\CIS. News.
     
 

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Rundbrief
   

Juni-Juli 2006

Die Hauptstrasse in Chadir Lunga führt vorbei an niedrigen Häusern mit wunderschön dekorierten Fenstern. Auf dem Markt verkaufen Frauen mit Kopftüchern selbstangebautes Gemüse. Ein Gebäude ragt über die anderen Häuser hinaus – es ist das Gemeindehaus der Baptisten, eine von mehreren Kirchen im Siedlungsgebiet der Gagausen im Süden Moldawiens. Nach Angabe von Pastor Wladimir Kusursuz gibt es neben den vielen orthodoxen Gläubigen etwa 4.000 evangelische Christen unter den Gagausen. Die Gagausen sind ein Turkvolk, aber im Gegensatz zu den meisten anderen Turkvölkern sind sie in der Mehrzahl orthodoxe Christen und nicht Muslime.

„Wir glauben, dass Gott die Gagausen erwählt hat, die Gute Nachricht anderen Turkvölkern zu bringen“, sagt Kusursuz. „Wir können mit Türken, Krimtataren, Aserbaidschanern, Kasachen und Turkmenen sprechen, und sie verstehen uns. Als wir in die Türkei fuhren, bemerkten wir, dass die Türken gegenüber uns Gagausen offener waren als gegenüber Leuten aus anderen Ländern, weil wir uns mit ihnen in einer Sprache unterhalten konnten, die sie verstanden.“

Die Übersetzung der Bibel ins Gagausische nahm viele Jahre in Anspruch, und es gab immer wieder Rückschläge, wie etwa der Tod des Übersetzers vor fünf Jahren. Aber im Mai 2006 wurde das Buch schlussendlich doch von der Druckerei ausgeliefert. Die Auflage betrug 7.500 Exemplare – davon 5.000 in kyrillischer (russischer) Schrift und 2.500 in lateinischer Schrift. Die jungen Leute benutzen heute die lateinische Schrift, während die älteren Leute besser die kyrillische Schrift kennen. Am 27. Mai 2006 fand in fröhlicher Atmosphäre eine Feier in Chadir Lunga statt. Die Familie des verstorbenen Übersetzers und Mitglieder des Übersetzerteams, wie auch Vertreter aus England, Schweden, Ungarn, Rumänien und Russland waren anwesend. Hungary, Romania and Russia were present.

„Für mich und meine Kollegen war es ein Privileg, an dieser Feier teilzunehmen, die herzliche christliche Atmosphäre zu erleben und dem wunderschönen Chorgesang von 120-130 Personen aus drei verschiedenen Kirchen und den vielen schönen Reden zuzuhören” schrieb einer der schwedischen Teilnehmer im Anschluss.

Der Höhepunkt der Veranstaltung war erreicht, als in Schwarz und Weiss gekleidete Kinder Neue Testamente nach vorne brachten, wo sie mit den Büchern ein weisses Kreuz auf blauem Grund legten. Als Ausschnitte aus dem Neuen Testament verlesen wurden, waren alle verblüfft, diese Worte auf Gagausisch zu hören. Alle anwesenden Pastoren und Missionsleiter kamen nach vorne und beteten um den Segen Gottes für dieses Buch. Danach waren die Anwesenden eingeladen das Neue Testament zu kosten – die Frauen der Kirche hatten doch tatsächlich einen grossen Kuchen gebacken, der aussah wie das Buch!

Eine Woche später besuchte eine unserer Mitarbeiterinnen aus Moskau einen russischsprachigen Gottesdienst in England. Dort stellte sie das gagausische Neue Testament vor und erwähnte die Feier in Moldawien. Ein junger Mann rief eine Frau aus der Kirche her, von der sich herausstellte, dass sie Gagausin war. Die Frau nahm das Neue Testament ehrfürchtig in ihre Hände. Ihre Augen leuchteten, als sie zu lesen anfing – aber schnell stellte sich heraus, dass sie Schwierigkeiten mit der lateinischen Schrift hatte. Unsere Mitarbeiterin konnte ihr aber mitteilen, dass das Buch auch in kyrillischer Schrift existiert und versprechen, ihr ein Exemplar davon zukommen zu lassen. Als die Frau den Namen des Übersetzers hörte, sagte sie vollkommen überwältigt: „Er war mein Nachbar in dem Dorf, wo ich gelebt habe!“

Projekt des Monats

Die Kinderbibel ist ins Gagausische übersetzt worden, und ein neuer exegetischer Prüfer ist in die Region gezogen, um mit dem Team zu arbeiten. Bitte unterstützen Sie in diesem Monat die Arbeit für die Gagausen mit ihrer Spende.

Hier können Sie den monatlichen Rundbrief des IBÜ bestellen.

Archiv: I Dez. 05  I  Nov. 05  I  Okt. 05  I


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