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Institute for Bible translation, Russia\CIS
Institut für Bibelübersetzung
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Rundbrief
 

Sommer 2009

„Auch die Darginen sollten dieses Buch endlich in ihrer Sprache haben.“

Die Darginen (510'000) sind eine der grössten Bevölkerungsgruppen in Dagestan (Nordkaukasus), einem Gebiet, in dem mehr als 30 verschiedene Sprachen gesprochen werden. Doch während die Bibelübersetzung in anderen Sprachen wie Avarisch, Lesginisch, Kumükisch und Tabasaran gut vorankommt, sind bis jetzt nur zwei Evangelien auf Darginisch übersetzt worden – das Markusevangelium, das 2002 herausgekommen und 2007 neu aufgelegt worden ist, und das Lukas-evangelium, das bald druckreif sein wird. Der Hauptgrund für dieses langsame Fortschreiten liegt darin, dass während langer Zeit kein Exegeseberater für dieses Projekt zur Verfügung stand. Jetzt ist ein erfahrener Berater bereit, sich der darginischen Übersetzung anzunehmen, doch nun verstarb der Übersetzer plötzlich durch einen Unfall. Dieser schmerzliche Verlust eines ausgezeichneten Übersetzers und Wissenschaftlers machte uns ratlos: Warum gibt es bei der darginischen Übersetzung so viele Probleme?

Darum war es eine besondere Freude, im Mai das darginische Team zu einer Beratungs- und Kontrollsitzung in Moskau willkommen zu heissen. Zwei neue Leute sind zum Team gestossen, beide mit einer soliden Kenntnis der darginischen Sprache, haben sie doch als Übersetzer, Journalisten und Redaktoren in Presse und Radio gearbeitet. Ahmed wird als Übersetzer ausgebildet werden, Raisa hat schon Verständlichkeitsüberprüfungen beim Lukasevangelium durchgeführt.

„Ich habe diese Arbeit sehr gern gemacht“, sagte Raisa. „Ich bin dabei Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten begegnet, darunter auch einer Bibliothekarin der Nationalbibliothek. Ich bat sie, zehn Seiten zu lesen, aber sie nahm das Buch nach Hause, weil sie das ganze Evangelium lesen wollte. Sie fand sogar einige Fehler, die korrigiert werden mussten. Im allgemeinen waren die Leute sehr interessiert, und sie mochten den Text. Sie verglichen unser eigenes Leben und unsere Traditionen mit den Geschichten des Evangeliums. Wenn sie vom verlorenen Sohn lasen, der mit dem ererbten Geld wegging, sagten einige: ‚Ja, das ist wahr, als Eltern geben wir den schwierigen Kindern mehr Liebe und Fürsorge.’ So fühlten die Leser wirklich, wie das Vaterherz litt.“

„Ich bin nicht Christin“, fuhr sie fort, „aber ich möchte mehr über diesen Glauben lernen. Früher habe ich für eine christliche Rundfunkgesellschaft gearbeitet, und die Leute dort waren sehr freundlich, aufrichtig und ehrlich. Es beeindruckte mich, dass sie, obwohl ich als Muslimin zu ihnen kam, mich willkommen hiessen, für mich beteten und mir so viel Liebe und Fürsorge zukommen liessen. Als ich wieder zu Hause war, sagte ich den muslimischen Führern, dass die Christen uns ein Beispiel geben. Während ich an der Bibel arbeite, fühle ich, wie ich Gott näher komme und dass ich mich verändere. Ich bin geduldiger und ruhiger geworden. Die Arbeit bereichert mein Leben, und ich bin überzeugt, dass es die Bibel in unserer Sprache geben muss.“

Wir fragten Ahmed, wie es für jemanden, der sonst andere Texte übersetzt, denn sei, die Bibel zu übersetzen. Er antwortete: “Es ist viel schwieriger. Bei anderen Texten kann man auslassen, was man nicht mag. Hier aber muss man alles übersetzen, und man muss es so machen, dass der Text sinnvoll und verständlich ist. Auch die Begriffe sind schwierig. Nicht alle biblischen Begriffe existieren in Darginisch, so muss man nach Lösungen suchen. Die Bibel ist ein Kulturdenkmal, das für die Darginen sehr wichtig sein wird. In der Bibel liegt eine grosse Kraft, die vielen Menschen seit bald 2000 Jahren bekannt ist. Auch die Darginen sollten dieses Buch endlich in ihrer Sprache haben.“


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