Januar-März
2011
Zu
Beginn dieses neuen Jahres möchten wir gerne einen ermutigenden Bericht,
den wir kürzlich aus Tatarstan bekommen haben, mit Ihnen teilen. Es
ist immer eine Freude zu hören, wie unsere Bücher in den verschiedenen
Gegenden verteilt und gebraucht werden.
Einige tatarische Gemeinden sind sehr bestrebt, die
Bibel in ganz Tatarstan zu verbreiten. Kirchenglieder reden mit den
Leuten, denen sie begegnen, und wenn sich jemand besonders interessiert
zeigt, erhält er oder sie einen Bibelteil auf Tatarisch, eine Kinderbibel
oder ein Neues Testament. So haben die Kirchen bis jetzt einen Drittel
des Landes erreicht. Das ist recht viel, wenn man bedenkt, dass in Tatarstan
vier Millionen Menschen leben.
Im Oktober wurde in Kasan, der Hauptstadt von Tatarstan,
ein sechstägiges christliches Festival unter dem Motto „Zeit zum Leben“
durchgeführt. Die städtischen Behörden hatten ihre Einwilligung zu diesem
Anlass gegeben. Dieser fand in einem Park statt. An den Abenden, wenn
sich viele junge Leute im Park aufhielten, gab es verschiedene Attraktionen;
während des Tages wurden den Passanten Literatur und Bibelteile verteilt.
Eine der christlichen Teilnehmerinnen erzählt Folgendes:
„Ich hatte wohl von der Bibel gehört, aber ich war nie daran interessiert.
Ich wusste gerade, dass sie etwas mit dem Christentum zu tun hat. Ich
bin während der Sowjetzeit aufgewachsen, und da waren Informationen
über die Religion sehr spärlich. Aber in den 90er Jahren sah ich eines
Tages am Fernsehen einen Zeichentrickfilm über Jesus. Dieser machte
mir grossen Eindruck. Ungefähr zur gleichen Zeit begann meine Schwester
sich mit der Übersetzung der Bibel ins Tatarische zu befassen. Durch
ihre Vermittlung konnte ich dann bei der Überprüfung einiger Bücher
mithelfen. Danach gab es einige Ereignisse und Schwierigkeiten in meinem
Leben, die alle letztlich zu meiner Taufe im Jahr 2007 führten.
Sie fragen mich, ob es denn die Bibel auf Tatarisch
brauche. Nun, ich besuchte bis zur 8. Klasse die Schule auf Tatarisch,
für mich ist das also meine Muttersprache. Natürlich kann ich Russisch
lesen, aber die Bibel ist manchmal schwerverständlich. Der tatarische
Text ist viel leichter zu verstehen – und ich bin nicht etwa in einer
ländlichen Gegend aufgewachsen, wo die Menschen nur Tatarisch sprechen.
Für etwa eine halbe Million Menschen, die in den Dörfern leben, ist
Tatarisch die grundlegende Sprache. Und ganz bestimmt müssen sie die
Bibel in ihrer Sprache haben. Heutzutage wird der tatarischen Sprache
in den Schulen viel Beachtung geschenkt. Es werden mehr Stunden Tatarisch
als Russisch unterrichtet. Die Behörden versuchen gutzumachen, was im
Spracherwerb der vorhergehenden Generation verlorengegangen ist. So
ist es verständlich, dass in der Stadt lebende junge Männer und Frauen
besser Tatarisch können als ihre Eltern.
Es spielt auch eine wichtige Rolle, wie die Bibel aussieht.
Aus historischen Gründen gibt es bei den Tataren viele Vorurteile gegen
das Kreuz. So ist es gut, dass das Neue Testament einen grünen Einband
mit orientalischen Ornamenten anstelle eines Kreuzes hat.
Ich lese immer in meiner Bibel! Manchmal frage ich
mich, wie ich es ohne dieses Buch schaffen würde. Ich versuche, meine
Kinder zu ermutigen, die Bibel zu lesen, und ich hoffe, dass auch sie
dieses Buch als Leitfaden für ihr Leben brauchen werden.“
Die Übersetzungsarbeit für die tatarische Bibel ist
im Gange. Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie dieses Projekt im Jahr 2011
unterstützen.
Danke
fur Ihre Unterstutzung der Arbeit des IBU.
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