Februar
2008
Die Geschichte einer kumykischen Frau
Es
war vor sieben Jahren, als wir Swetlana* zum ersten Mal trafen.
IBÜ führte eine Mitarbeitertagung in einem Gästehaus
ausserhalb Moskaus durch, und Swetlana war dort die Hausmutter.
Wir fanden schnell heraus. dass sie eine Kumykin aus Dagestan war,
und dass sie erst vor kurzem zum Glauben gekommen war. Als sie
hörte, dass wir an der Übersetzung der Bibel in ihre
eigene kumykische Sprache arbeiteten, war sie überglücklich.
„Slawa Bogu! Preist Gott! Ich habe dafür gebetet, und jetzt sind
meine Gebete erhört worden”, rief sie mit leuchtenden Augen
aus und hob ihre Hände hoch. (*Der Name wurde
geändert.)
Damals
erzählte sie uns ihre Geschichte. „Ich bin in einer sehr religiösen
Familie aufgewachsen. Meine Mutter betete fünfmal am Tag.
Daher habe ich an Gott geglaubt, aber Jesus kannte ich nicht. Eines
Tages traf ich die Direktorin der Schule, auf die ich als Kind gegangen
war. Sie erzählte mir von ihrem Glauben und gab mir einige
Bücher mit zu lesen. Eines dieser Bücher war die Kinderbibel
auf Russisch, die ich sehr gemocht habe. Ich habe alle diese Bücher
gelesen, und Gott sprach durch das, was ich las. Jetzt lebe ich schon drei
Jahre hier in Moskau. Ich bin so froh zu hören, dass das Neue
Testament in meine Muttersprache übersetzt wird. Es wird ein
grosser Tag sein, wenn die Kumyken das Wort Gottes in ihrer Sprache
bekommen. Und ich lobe den Herrn, dass auch Teile des Alten
Testaments übersetzt werden – ich habe lange dafür gebetet!"
Vor
fünf Jahren erhielten wir einen Telefonanruf von Swetlana: „Ich
habe gerade Ihren Rundbrief erhalten und war überrascht, dass
noch nicht mehr auf Kumykisch gedruckt worden ist! Ich habe das
Markus- und das Lukasevangelium – aber ich brauche mehr! Ich
will das ganze Neue Testament auf Kumykisch! Arbeiten Sie nicht
an der Übersetzung? Vielleicht haben Sie keine Übersetzer?
Wann veröffentlichen Sie mehr auf Kumykisch?” Wir erklärten
Swetlana unseren Übersetzungsablauf und versicherten Ihr, dass es
mit der Arbeit wirklich vorwärts gehe, aber dass es viele Jahre
dauere bis ein Neues Testament gedruckt werden könne.
Als
die ersten Exemplare des kumykischen Neuen Testamentes im März
2007 frisch aus dem Druckhaus kamen, dachten wir sofort an Swetlana.
Wir riefen in dem Gästehaus an, bekamen aber zur Antwort, dass
sie zurück in ihr kumykisches Dorf in Dagestan gegangen sei. Aber
man konnte uns eine Mobilfunknummer geben. Trotz einer schlechten
Telefonverbindung konnten wir Swetlana vor Freude aufschreien
hören, als sie die Nachricht erfuhr. Da das erste Paket mit kumykischen
Neuen Testamenten bei Swetlana nie ankam, schickten wir ein zweites,
dann ein drittes...
Im
vergangenen Februar, also fast ein Jahr später, bekam Swetlana schliesslich
die Bücher, die wir ihr geschickt hatten. „Bitte sendet mir auch
Bücher auf Awarisch, Tschetschenisch und Lak für
meine Nachbarn,” bat sie dringend. „Und ich sehne mich nach der
ganzen Bibel auf Kumykisch – wann wird sie fertig sein?“ In ihrer
ruhigen Art verbreitet diese alte Frau das Wort Gottes in Dagestan.
Dagestan ist eine Republik innerhalb der Russischen
Förderation am westlichen Ufer der Kaspischen Meeres. Hier
leben mehr als 30 verschiedene ethnische Gruppen. IBÜ
Russland/GUS arbeitet in elf der dort gesprochenen Sprachen.
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Ref. Kirchgemeinde Hirzenbach, 8051 Zürich
Vermerk „Institut für Bibelübersetzung"
in Deutschland
Auskunft unter
ibt_inform@ibt.org.ru
(Wenn möglich bitte in Englisch).
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