09.12.2007
I
IBÜ
nimmt an den Tagen Jakutiens in Moskau teil
Anlässlich des 375.
Jahrestages des Eintritts Jakutiens ins Russische Reich und des 210. Geburtstages
des Metropoliten von Moskau und Kolomna St. Innozenz fand im Sergeisaal der
Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau eine internationale kirchenhistorische
Konferenz zum Thema „Der Heilige Innozenz (Weniaminow) und die Orthodoxie
in Sibirien und Amerika“ statt. Organisatoren der Konferenz waren neben dem
jakutischen Bistum der Russisch-Orthodoxen Kirche auch die Akademie der
Wissenschaften und zwei kirchliche Hochschulen. An der Konferenz nahmen
mehr als 200 Geistliche und Wissenschaftler aus Russland, den USA, Frankreich,
Südkorea und der Schweiz teil, darunter auch Vertreter von zwei Volksgruppen
aus Alaska, der Unangan (Aleuten) und der Tlingit.
Unter
den Sprechern befand sich auch die Direktorin des IBÜ Frau Dr.
Marianne Beerle-Moor. In ihrem Vortrag berichtete sie über das jakutische
Projekt des Instituts, dessen Höhepunkt bisher die Veröffentlichung des
Neuen Testaments im Jahre 2004 war. Daneben stellte sie die neuste Ausgabe des
Instituts, den Hexapsalter auf Jakutisch, vor. Er ist auf Wunsch des jakutischen
Bistums der Russisch Orthodoxen Kirche herausgegeben worden.
Auf
der Konferenz traten auch Vertreter der sibirischen und nordamerikanischen
Volksgruppen auf, unter denen Innozenz gearbeitet hatte. Ihre Vorträge
zeigten überzeugend, dass die von Innozenz begonnene Arbeit weitergeht,
und seine Worte über die Notwendigkeit der Verkündigung und
Festigung des christlichen Glaubens in kleinen, wie auch in grossen Volksgruppen,
der Entwicklung von kulturellen Beziehungen zwischen ihnen, der Übersetzung
der Bibel und der Durchführung von Gottesdiensten in der eigenen Sprache heute
so wichtig sind wie nie zuvor.
Wie
zur Bestätigung dessen fand am 9. Dezember ein denkwürdiges Ereignis
statt – in dem vom Patriarchen gefeierten Gottesdienst in der Christ-Erlöser-Kathedrale
wurden Texte aus den Evangelien und Briefen und einige Gebete auf jakutisch gelesen bzw.
gesprochen. Es war eine Freude unter den Gottesdienstbesuchern eine so grosse Anzahl von
Jakuten zu sehen; neben Gästen aus Jakutien, die zur Konferenz angereist waren, fanden
sich auch viele Mitglieder der jakutischen Diaspora in Moskau ein. Es war ungewohnt, in der
Kathedrale die fremden, turksprachigen Klänge zu hören (Jakutisch gehört
zu den Turksprachen). Der Priester aus Jakutien hielt eine Ausgabe des Neuen Testamentes in
moderner jakutischer Sprache (IBÜ, 2004) in Händen. Unmittelbar im Anschluss
an den kirchenslawischen Text wurde der Evangelientext für den aktuellen Sonntag gelesen.
Im Gottesdienst sang ein Chor aus Jakutien und die Litaneien und Ausrufe erklangen auf Jakutisch.
Patriarch Aleksei II. sagte nach der Liturgie in seinem Hirtenwort an die Gemeinde: „Wir spüren
und verstehen, dass wir ein und dieselbe Orthodoxe Kirche sind, wo auch immer unsere
Gläubigen leben – im hohen Norden oder im Fernen Osten.“
30.11.2007
I
Jährliches internationales
Treffen des Institutes für Bibelübersetzung und
seiner Partnerorganisationen
Am
30. November 2007 fand das jährliche Treffen des IBÜ
Russland und seiner Partnerorganisationen statt. Teilnehmer aus
Norwegen, Finnland, Schweden, Grossbritannien und den USA waren
in die Räumlichkeiten des Instituts nach Moskau gekommen.
Darüber hinaus waren auch die ganze Belegschaft und einige
Vertreter des russischen Vorstandes anwesend.
Der Übersetzungsberater Andrei Desnizki führte
durchs Programm der Veranstaltung. Mitarbeiter präsentierten
verschiedene Aspekte des Übersetzungsprozesses, von der ersten
Übersetzung über die exegetische Bearbeitung und das
Überprüfen der Verständlichkeit bis hin zur
Veröffentlichung. Die Veranstaltung ging am Abend in eine
Geburtstagsfeier für den Übersetzungsberater David
Clark über, wobei Geschichten, Lieder und Musikbeiträge
zur Aufführung kamen.
Am folgenden Tag,
dem 1. Dezember, hielt der Internationale Vorstand seine jährliche Sitzung
ab. Den Gästen wurde ein ansprechendes kulturelles Programm in Moskau
geboten.
02.11.2007
I
Hexapsalter auf Jakutisch
Vor
drei Jahren erschien eine neue Übersetzung des Neuen Testaments auf
Jakutisch. Zu unserer grossen Freunde erhalten wir Nachrichten davon, dass das
Buch von den Lesern und den Kirchen gut angenommen wird. Übereinstimmend
damit hat Bischof Sosimy im Namen des Bistums Jakutien in unserem Institut eine
Ausgabe des Hexapsalters auf Jakutisch zur Lesung im Gottesdienst bestellt. Die
Arbeit daran geschah im Rahmen der Übersetzung der Psalmen ins Jakutische,
die vom Institut schon vielen Jahre parallel zur Übersetzung des Neuen Testaments
getan wurde. Darüber hinaus ist der Hexapsalter ein besonderer gottesdienstlicher
Text, der auf dem Text der Septuaginta beruht, der Quelle für die Übersetzung
ins Kirchenslawische.
Als Hexapsalter bezeichnet man im
orthodoxen Gottesdienst sechs ausgewählte Psalmen, die in den Morgengottesdiensten
vorgelesen werden: 3, 38, 63, 88, 103, 143. Der Hexapsalter wird ausser in der Osterwoche in
jedem Morgengottesdienst vorgelesen. Orthodoxe Ausleger unterstreichen die besondere
Bedeutung das Hexapsalters im Morgengottesdienst und sehen in ihm einen Ausdruck
des wichtigsten Ereignisses in der Menschheitsgeschichte, des Kommens des Erlösers
auf die Erde. Die historischen Ereignisse, die in diesen Psalmen widergespiegelt sind, stellen
eine Vorschattung auf Christus und Sein irdisches Leben dar. Das messianische Thema,
das in dem Hexapsalter anklingt, ist die komprimierte Beschreibung der Kreuzesleiden des
Erlösers, Sein Tod und Seine Auferstehung.
Noch vor der Herausgabe des Hexapsalters
auf Jakutisch wurde der Text des Buches an verschiedene Pfarreien in entlegene Gebiete
Jakutiens verschickt, wo, wie man uns mitteilte, er von den jakutischen Gläubigen
sehr positiv aufgenommen wurde. Diese Nachricht rief bei uns grosse Freude hervor. Denn
das ist ein Schritt darauf zu, dass in Jakutien wieder Gottesdienste in der eigenen Sprache
gefeiert werden, so wie es schon einmal vor 150 Jahren war, als die Priester Lesungen und
Predigten in Jakutien in der Muttersprache hielten.
26.10.2007
I
Vorstellung
des IBÜ auf dem internationalen Kongress der Kaukasologen in Tiflis
Vom
22.-26. Oktober 2007 fand in der georgischen Hauptstadt Tiflis ein
internationaler Kongress der Kaukasologen statt. Er wurde vom Institut für
Kaukasologie der staatlichen Universität in Tiflis und dem Institut für
Sprachwissenschaften organisiert. Das Thema des Kongresses lautete „Die kaukasische
Zivilisation im sprachlich - historischen Kontext Vorderasiens.“
Die
Teilnehmer verteilten sich auf Arbeitsgruppen zu Lingustik, Geschichte,
Archäologie, Kulturwissenschaft, Kunst, Ethnologie, Folkore und
Literatur. Kongresssprachen waren Georgisch, Russisch und Englisch.
Den Vortrag zum Thema
„Bibelübersetzung im Nord- und Westkaukasus“ (aus der Arbeit des
Institutes für Bibelübersetzung) hielt K. Gadilija. Er war von ihr
zusammen mit M. Beerle-Moor vorbereitet worden. Der Vortrag rief grosses
Interesse bei den Zuhörern hervor. Noch bis zum folgenden Tag gab
es in Privatgesprächen Rückmeldungen zu dem Vortrag und
wurden Streitfragen diskutiert.
Die Teilnahme an wissenschaftlichen
Veranstaltungen ist immer sehr nützlich, besonders wenn sie so hochrangig
besetzt sind. Für das IBÜ war es wichtig, sich, seine Herangehensweise
an die Übersetzung und seine Übersetzungsprinzipien vorzustellen
und die Meinung der Linguisten und Bibelwissenschaftler zu hören.
Auf einer Posterwand des Kongresses wurde eine
Kollektion von Übersetzungen des Instituts für Bibelübersetzung
in kaukasische Sprachen präsentiert, die das Institut 2004 der Orthodoxen
Kirche Georgiens übergeben und durch neuere Ausgaben ergänzt hatte.
28.09.07
|
Zehn Jahre im Andrejewskikloster
Zehn
Jahre befinden sich die Räumlichkeiten des Instituts für
Bibelübersetzung (IBÜ) jetzt schon im Andrejewskikloster. Dieses
Jubiläum wurde am 28. September feierlich begangen. Mitarbeiter und der
Vorstand des IBÜ, aber auch Mitarbeiter des Andrejewskiklosters, mit denen
das Institut die ganzen zehn Jahre in engem Kontakt stand, nahmen an der Feier teil.
Die
Direktorin des Institutes Frau Dr. Marianne Beerle-Moor
begrüsste die Anwesenden sehr herzlich. Sie verlieh
der Dankbarkeit des IBÜ Ausdruck, an einem für
es so geeigneten Ort arbeiten zu können. Der Leiter des
Andrejewskiklosters und Direktor der Synodalbibliothek Erzprister
Boris Danilenko sagte: „Im Andrejewskikloster beschäftigte
man sich schon im 17. Jahrhundert
mit
bibelwissenschaftlichen Fragen. Dieser
Ort bietet sich also für diese Arbeit an. Letztendlich aber hat
der HERR Sie hierher geführt. Wir verstehen das gut, weil auch uns
der HERR hierher geführt hat. Ich freue mich sehr darüber,
dass wir beide hier sind, und dass wir uns gegenseitig helfen können.“
Fotos, Kassetten, Videofilme
und Erzählungen der Gäste und Mitarbeiter halfen dabei, sich an die
wichtigsten Ereignisse der vergangenen zehn Jahre im Leben des Instituts zu erinnern.
Die Geschichte des Instituts in diesen 10 Jahren war eng verbunden mit dem
Andrejewskikloster. Seminare, Präsentationen, Kolloquien und Konferenzen,
die vom IBÜ organisiert worden sind, fanden nicht selten in den Sälen
der Synodalbibliothek statt. Darunter waren auch so herausragende Ereignisse wie
das 15. internationale Forum der Bibelorganisationen.
Zum
Abschluss der Feier hatten die Gäste und Mitarbeiter des Instituts die einzigartige
Möglichkeit, von der obersten Plattform des Glockenturms des Andrejewskiklosters
aus, direkt unter den Glocken gelegen, dem Glockenspiel zu lauschen.
07.09.2007 |
Die vier Evangelien auf Chakassisch erschienen
(Turksprache, 76.000 Sprecher)
Nachdem
schon zuvor einzelne Ausgaben von Übersetzungen biblischer Texte auf
Chakassisch erschienen sind (Markusevangelium, 1995; Lukasevangelium
und Apostelgeschichte, 1999; Johannesevangelium, Johannesbriefe und
Offenbarung, 2004), hat das Institut für Bibelübersetzung jetzt die vier
Evangelien in einer Edition herausgegeben. Die nicht sehr grosse Auflage
von 2.000 Exemplaren ist für Kirchen, Bibliotheken und Lehreinrichtungen
der Republik Chakassia bestimmt.
Die vorliegende Ausgabe stellt das Ergebnis
der zehnjährigen Arbeit eines grossen internationalen
Übersetzerteams dar – zu unterschiedlichen Zeiten arbeiteten
Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern und Organisationen an
dem Projekt.
Das Ziel des Projektes ist die Erstellung
einer für den chakassichen Leser leicht verständlichen Übersetzung
der Heiligen Schrift. Um den Chakassen das Verständnis des Textes
zusätzlich zu erleichtern, wurde eine Tonaufnahme aller vier Evangelien
angefertigt. IBÜ plant, einen Teil der Auflage der vier Evangelien als Set
zusammen mit der Tonaufnahme zu vertreiben.
30.07.2007 |
Die Psalmen auf Adygeisch (Nordwestkaukasische Sprache, 142.000 Sprecher)
Ende
Juni 2007 erschienen die Psalmen auf Adygeisch. Das Institut für
Bibelübersetzung kündigte diese Ausgabe Anfang 2007 in einer
Pressemitteilung über die adygeische Edition der Bücher Ruth,
Ester und Jona an.
Das Übersetzerteam,
bestehend aus hochkarätigen Fachleuten, arbeitete hart daran, den
adygeischen Lesern ein würdiges Buch zukommen zu lassen. Der
übersetzte Text wurde sorgfältig überarbeitet, indem an
Formulierungen geschliffen und passendere Wörter gesucht wurden.
Um das Buch in jeder Hinsicht qualitativ hochwertig zu machen, wurde das
Layout und der Einband zusammen mit dem adygeischen Künstler
Abdullah Birsir entworfen.
Leider
warf ein Ereignis einen Schatten auf die Freude über das Erscheinen
des Buches – in seinem 69. Lebensjahr verstarb der Übersetzer der Psalmen
Nalbi Kujek, ein talentierter adygeischer Dichter, Schriftsteller, Dramaturg und
Publizist. Seine Gedichte sind nicht nur in Adygeja berühmt, sondern
auch ins Russische und andere Sprachen übersetzt worden. Er arbeitete
an der Übersetzung mit ungewöhnlichem Enthusiasmus und legte
sein ganzes Können in das poetischste der biblischen Bücher. Gott
sei Dank war es ihm noch vergönnt, die Herausgabe seiner Übersetzung
mit zu erleben. Ihm möge ein ehrendes Andenken bewahrt werden!
15.06.2007 |
Gleichnisse
aus dem Lukasevangelium auf Agulisch
Das
Institut für Bibelübersetzung in Moskau hat ein
Büchlein mit vier Gleichnissen aus dem Lukasevangelium
herausgegeben: der gute Samariter (Lukas 10, 25-37), das grosse
Gastmahl (Lukas 14, 15-24), der verlorene Sohn (Lukas 15, 11-32)
und der Pharisäer und der Zöllner (Lukas 18, 9-14). Ein
einheimischer kaukasischer Künstler fertigte insgesamt 35
schwarzweisse Zeichnungen an. Die Zeichnungen nehmen einen
herausgehobenen Platz ein, weshalb der Text der Gleichnisse leicht
gekürzt worden ist.
Das Büchlein soll einen visuellen Eindruck auf die
Leser
machen – die Abbildungen machen den Text der Gleichnisse
unmittelbar und verständlicher. Es handelt sich um eine
Kunstausgabe mit einem farbenprächtigen Einband, die in
zwei Farben auf dickes cremefarbiges Papier gedruckt ist – die
Seitenzahlen und die Verzierungen sind in rot gehalten.
Die Agulen sind eine kleine ethnische Grippe im Süden
Dagestans. Dagestan liegt im Kaukasus, der Region zwischen
Schwarzem und Kaspischem Meer. Insgesamt gibt es 28.000
Agulen. Sie gehören zum grössten Teil dem
sunnitischen Islam an.
The total
population of the Aguls is about
28,000.
Their religion is mainly Islam (Sunni).
2005
veröffentlichte IBÜ das Lukasevangelium. Dabei handelte es
sich um den ersten biblische Text und gleichzeitig um eines der allerersten
Bücher auf Agulisch überhaupt. Das agulische Alfabeth wurde
erst 1990 eingeführt, und eine literarische Tradition auf Agulisch gab es
bislang nicht. Da nicht viele Agulen gut in ihrer Sprache lesen können,
wird an einer Kassettenaufnahme des Evangeliumstextes gearbeitet, von
der wir hoffen, dass sie sehr nützlich sein wird.
10.05.2007 |
Erste Übersetzung des Pentateuch ins Tatarische erschienen
Mehr
als fünf Millionen Menschen in Russland sprechen Tatarisch.
Die Tataren stellen somit die grösste ethnische Minderheit des
Landes dar. Traditionell sind die Muslime, so dass sie durch den
Koran schon von dem Taurat (Tora auf Tatarisch)
gehört haben. Nichtsdestotrotz hatten sie bisher noch nicht die
Möglichkeit gehabt, die Tora in ihrer Sprache zu lesen.
2003
brachte IBÜ das Buch Genesis auf Tatarisch heraus.
Es wurde von der Leserschaft gut angenommen und einige Tausend
Exemplare konnten verteilt werden. Seitdem sind vier weitere Bücher –
Exodus, Levitikus, Numeri und das Deuteronomium –
übersetzt worden. Im Mai 2007 erschien schliesslich der erste
Pentateuch auf Tatarisch, ein Meilenstein in der Geschichte der
tatarischen Literatur und für die Tataren selbst.
IBÜ brachte in den vergangenen Jahren auf Tatarisch
die Sprüche und den Prediger (1999) und
das Neue Testament (2001) heraus.
Nach den neusten Statistiken liegen in 2.400 Sprachen Teile der
Bibel vor, davon in 1.115 das ganze Neue Testament. Bisher nur in
426 wurde die vollständige Bibel einschliesslich des Alten
Testamentes übersetzt. „Das Neue Testament ohne das Alte
zu besitzen, ist wie ein Schwert ohne Griff zu haben,“ bemerkte
ein Übersetzer.
Bisher
hat IBÜ das Neue Testament in 24 Sprachen von Russland und
der GUS veröffentlicht, die ganze Bibel aber nur dreimal. Zur Zeit
arbeitet IBÜ an 22 Projekten zur Übersetzung des Alten
Testamentes mit. Muslime sind mit Personen wie Abraham, Jakob und
Josef vertraut. Das Alte Testament kann so für sie eine
Brücke zum Neuen Testament werden. .
20.04.2007 |
Jährliches Forum der Bibelorganisationen in Fort Worth, Texas
Das
jährliche internationale Forum der Bibelorganisationen fand
vom 15.-20. April in Fort Worth, Texas, statt. M. Beerle-Moor
und N. Gorbunowa nahmen für das IBÜ am diesem Forum
teil. Vertreter von mehr als 30 Bibelorganisationen und anderen
Missionsorganisationen trafen sich, um sich über den Fortschritt
von Initiativen des Forums zu informieren und zukünftige
gemeinsame Projekte zu planen. Der Schwerpunkt war in diesem
Jahr die Verbreitung und die Anwendung der Bibel in Lateinamerika.
Grosse Aufmerksamkeit wurde auch den Fragen zur Schaffung einer
allgemeinen Datenbank über das Vorhandensein von
Bibelübersetzungen in den verschiedenen Sprachen und deren
Anwendung gewidmet. Mit den vereinten Kräften von mehr als 20
internationalen Organisationen versucht das Forum die Aufmerksamkeit
der Weltöffentlichkeit auf die Texte der Heiligen Schrift, ihr
Studium und ihre aktive Anwendung zu lenken.
23.03.2007 |
Seminar zur Übersetzung des Alten Testaments in Svenigorod
Vom
14. – 21. März trafen sich in Svenigorod knapp 30 Personen
zu einem einwöchigen Seminar. Das Seminar fand in einem
typisch sowjetischen Kur- und Erhohlungsbetrieb, einem sogenannten
Pansionat, statt. Die Teilnehmer kamen aus Übersetzungsteams,
die schon Erfahrung mit der Übersetzung des Neuen Testaments
hatten und sich jetzt auf der ersten Etappe bei der Übersetzung
des Alten Testaments befinden. So widmete sich das Seminar Themen,
die hauptsächlich für die Übersetzung des AT wichtig
sind. Es waren sowohl Übersetzer als auch exegetische Prüfer
aus Projekten in Zentralasien, im Kaukasus, auf der Krimhalbinsel und
im europäischen Norden Russlands gekommen. Übersetzungsberater
des Instituts für Bibelübersetzung (IBÜ), des SIL
(Wycliff-Bibelübersetzer) und den Vereinigten Bibelgesellschaften
(UBS) leiteten die verschiedenen
Seminarveranstaltungen.
Filme
machten die Religion, Geografie, Siedlungsstruktur und Architektur
des Alten Israel und seiner Nachbarn anschaulich.
Die Übersetzungsberater gaben zusätzliche Informationen
zum religiösen und gesellschaftlichen Hintergrund des Alten Testaments
und führten in die Übersetzung von poetischen Texten und von
Weisheitsliteratur ein. Immer wieder gab es Gelegenheit das soeben
Gelernte oder Gesehene bei der Übersetzung von Beispieltexten
aus dem AT im Team gleich anzuwenden oder angemessene Äquivalente
in den jeweiligen Zielsprachen für wichtige Begriffe des AT oder
heute nicht mehr gebräuchliche Gegenstände zu finden.
In
anderen Sitzungen ging es um die Teamstruktur, um
zwischenmenschliche Probleme, die bei der Arbeit auftreten
können, und um Möglichkeiten diese zu lösen.
Ein Nachmittag war ganz dem Erfahrungsaustausch der verschiedenen
Übersetzungsteams gewidmet.
Zur
Aus- und Weiterbildung der an den verschiedenen
Übersetzungsprojekten beteiligten Mitarbeiter
veranstalten das IBÜ und seine Partnerorganisationen
regelmässig Seminare.
02.03.2007
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Die ersten Neuen Testamente auf Tschetschenisch und Kumückisch
erschienen
Am 2. März 2007 erhielten wir aus der Druckerei die
ersten Exemplare von zwei Neuen Testamenten – auf Kumückisch
und Tschetschenisch. Diese beiden Volksgruppen sind muslimisch und
leben im Kaukasus, und für beide Volksgruppen ist es ihr
allererstes Neues Testament.
Es
gibt etwa 1,3 Millionen Tschetschenen. Sie leben
hauptsächlich in Tschetschenien, im Nordkaukasus, und
erlangten weltweite Bekanntheit durch die tragischen Kriege in
den 1990er Jahren. Tausende Tschetschenen und Russen verloren
ihr Leben und grosse Teile der Nation liegen immer noch in
Trümmern. Eine tschetschenische Gläubige drückte
ihre Hoffnung für die Zukunft so aus: “Gottes Wort kann
Hoffnung zu unseren Leuten bringen. Wir leben in einer extrem
schwierigen Situation und brauchen Trost.“
„Aufgrund meiner Arbeit an der Bibelübersetzung hat
sich mein Leben vollkommen verändert. Ich denke nicht,
dass ein Mensch derselbe bleiben kann, nachdem er die Bibel
gelesen oder übersetzt hat. Dieses Buch hat die Antworten
auf alle Probleme des Lebens. Es gibt uns unserem Leben eine Richtung
und lehrt uns so zu leben, wie es Gott gefällt,“ sagte einer
unserer tschetschenischen Übersetzer.
„Ignoranten verbreiten, dass es schädlich ist, die Bibel
und andere heilige Bücher in andere Sprachen zu übersetzen,”
merkte ein berühmter kumückischer Dichter an, der half
das kumückische Neue Testament in sprachlicher Hinsicht
zu bearbeiten. „Ganz im Gegenteil, es ist sehr gut, dass die
Leute die Möglichkeit bekommen, mit einem der Hauptwerke
der religiösen Weltliteratur bekannt zu werden. Schon seit
Jahrhunderten ruft die Bibel die Menschheit zu Liebe und
Barmherzigkeit auf. Bibelübersetzung bereichert Nationen
und führt zu besserem gegenseitigen Verständnis.“
Die
Kumücken sind die viertgrösste ethnische Gruppe
(423.000) in Dagestan, einer Republik am Westufer des Kaspischen
Meeres in Südrussland. Auf ihrem Gebiet werden mehr als 30
Sprachen gesprochen, und das kumückische Neue Testament ist
das erste in einer dieser Sprachen. Es gibt in jüngster Zeit
eine steigende Tendenz die nationalen Kulturen in Dagestan wieder
zu beleben, und die Muttersprachen werden ins Schulprogramm aufgenommen.
Eltern wollen, dass ihre Kinder ihre Muttersprache sprechen, und
glauben, dass ihre Volksgruppen solange überleben, wie es
deren Sprachen tun.
„Die Leute halten sich für religiös, aber die meisten
von ihnen kennen weder den Islam noch das Christentum,“ merkte ein
anders Mitglied des Übersetzerteams an. „Sie sind einfach an
eine negative Einstellung gegenüber dem Christentum gewöhnt
worden – sie nehmen es als eine russische Religion wahr. Wenn ich mit
den Menschen über Gott in ihrer eigenen Sprache spreche, und wenn
ihnen bewusst wird, dass sie mit Gott in ihrer eignen Sprache reden
können, dann hilft ihnen das, den Sinn der Bibel besser zu
verstehen. Wenn Sie mit den Leuten auf Russisch reden, lehnen sie Ihre
Worte ab. Aber wenn sie Sie Kumückisch reden hören, akzeptieren
sie das, was Sie ihnen sagen.“
20.02.2007
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Das Markusevangelium
in Schorisch auf Kassetten und CD
„Als ich den Text las,
gab es einige Wörter und Ausdrücke, die ich nicht
verstanden habe; aber als ich die Kassetten hörte, wurde mir
alles klar. Ich glaube, dass diese Kassetten verteilt werden sollten, so
dass viel mehr Menschen sie hören können. Wenn man
sie hört, versteht man die Wörter viel eher.”
Dies
sind die Worte einer Leserin des biblischen Texts auf Schorisch.
Sie spiegeln klar den Hauptgrund wieder, warum vor kurzem das
Markusevangelium auf Kassetten herausgegeben wurde, nachdem
es von IBÜ ja schon früher in Buchform veröffentlicht
worden war: die meisten Schoren können nicht in ihrer
Muttersprache lesen. Ein anderes Problem besteht darin, dass die
Menschen den Zusammenhang zwischen geschriebenen und
gesprochenen Text nicht herstellen können: eine Person, die
einen Text liest, erkennt den Sinn der Worte nicht oder bringt ihn
durcheinander, nur weil sie nicht die Wörter selbst richtig
aussprechen kann. Die Schoren sind an russische Texte und
russische Grammatik gewohnt. Aber sie versuchen den
übersetzten Bibeltext zu verstehen, weil es ihre Sprache,
ihrer Kultur, ihre Zukunft ist.
Es
wird erwartet, dass die Vertonung des Markusevangeliums
grössere Auswirkungen hat, als nur den Menschen zu helfen,
den Text zu verstehen. Biblische Begriffe spielen keine aktive Rolle
im alltäglichen Schorisch; das Hören dieser Wörter
hilft den Schoren, sie in ihre Sprache mit zu übernehmen. Sie
sind an diese Begriffe aus ihren Russischkenntnissen gewöhnt,
aber durch den neuen Kontext ihrer eigenen Sprache werden sie ihr
Vokabular bereichern und die Literatur entwickeln helfen. IBÜ
hat früher schon die Biblischen Geschichten zusammen mit
Kassetten herausgegeben – dieses Buch findet bereits im
Schorischunterricht Verwendung.
15.01.2007
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Geschichten über
Jesus Christus auf Krimtatarisch – zweite Auflage
Fast
fünf Jahre sind vergangen, seitdem dieses Buch zum ersten
Mal den Lesern präsentiert worden ist. Seit dieser Zeit sind alle
vier Evangelien und die Apostelgeschichte vollständig ins
Krimtatarische übersetzt worden und können in nicht
all zu ferner Zukunft veröffentlicht werden. Diese Bücher
sind die Grundlage für die Texte der Geschichten über
Jesus Christus. Das Interesse an der Auswahl von Geschichten
aus dem Leben von Jesus Christus mit den farbenprächtigen
Abbildungen eines krimtatarischen Künstlers ist nicht abgeebbt.
Das Buch wird sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern mit
grossem Interesse gelesen; Menschen aus der älteren Generation
lesen es den jüngeren laut vor. Da die erste Auflage vergriffen ist,
wurde entschieden eine Neuauflage vorzunehmen. Dabei wurden Anliegen
der Leser mit bedacht und das Format des Buches geändert. Es ist
jetzt doppelt so gross wie bei der ersten Auflage. Die Farben der
Abbildungen leuchten mehr, die Schrift ist grösser - so ist es jetzt
für jung und alt einfacher lesbar. Der Text selbst wurde verbessert
und in Einklang mit der jetzt fünfjährigen Erfahrung des
krimtatarischen Übersetzungsprojektes gebracht. Die Neuauflage
erschien im Januar 2007 in Simferopol. An der Übersetzung arbeitet
IBÜ zusammen mit den Pioneer Bible Tranlators.
Wir hoffen,
dass die Geschichten über Jesus Christus auf Krimtatarisch
den Lesern, die die erste Ausgabe bereits kennen, viel Freude bringen
und viele neue Leser dazugewinnen werden.
10.01.2007
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Band mit den Büchern Esther, Ruth und Jona in der
adygeischen Hauptstadt Maikop gedruckt
Die
Adygejer (123.000, Muslime) leben grösstenteils in der
norwestkaukasischen Republik Adygeja, die Teil der Russischen
Förderation ist. Ihre Hauptstadt ist Maikop. Grössere
Gruppen von Adygejern leben auch in der Türkei und in
einigen Ländern des Mittleren Ostens.
IBÜ
arbeitet seit langem an der adygeischen Bibelübersetzung:
schon 1991 wurde das Neue Testament veröffentlicht. Seitdem
haben die Teams und Mitarbeiter gewechselt. Das adygeische Projekt
wird in Zusammenarbeit mit den Wycliff Bibelübersetzern
durchgeführt. Das aktuelle Übersetzungsteam besteht
aus 2 Übersetzern – einem bekannten und geachteten adygeischen
Schriftsteller und einem talentierten Journalisten – sowie einem exegetischen
Prüfer, Lektoren, einem Verständlichkeitstester, einem stilistischem
Prüfer, einem Übersetzungsberater, und einem Koordinator. Das
adygeische Team ist darin aussergewöhnlich, dass ein ausgebildeter
exegetischer Prüfer vor Ort lebt.
In den vergangenen Jahren
hat das Team am Alten Testament gearbeitet: 1. und 2. Samuel sind
2002 veröffentlicht worden, Genesis 2005, und Esther,
Ruth und Jona Ende 2006.
Das adygeische Team hat das Jahr 2006 zum
„Jahr der Psalmen“ bestimmt. Die Psalmen sollten bis Ende
des Jahres fertiggestellt werden. Dieses Ziel wurde erreicht. Das ganze Buch
der Psalmen ist zusammen mit dem Übersetzungsberater geprüft
worden und befindet sich jetzt in der Vorbereitung zum Druck. Ausserdem
sind auch 1. und 2. Könige abgeschlossen worden und
sollen 2007 veröffentlicht werden.
Die Gläubigen warten sehnsüchtig
darauf, das Alte Testament und damit die ganze Bibel in ihrer Sprache zu bekommen.
„Ich möchte, dass meine Landsleute dieses wunderbare Buch lesen und die
Güte Gottes kennen lernen, “ sagte einer der Übersetzer.
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