13.10.11 I Ein Gespräch am runden Tisch auf Tscherkessisch über die Herausgabe des nogaischen Neuen Testaments
Am 7. Oktober 2011 fand ein Gespräch am runden Tisch auf Tscherkessisch statt, das der Herausgabe des Neuen Testaments in der Sprache der Nogaier durch das Institut für Bibelübersetzung gewidmet war. Unter den Anwesenden waren die Nogaier Linguisten, die am Projekt der Bibelübersetzung auf Nogaisch teilnehmen: M. Bulgarowa und S. Kukaewa, beide sprachwissenschaftliche Forscherinnen am Karatschai-Tscherkessischen Institut für Humanwissenschaften, und L. Aybasowa, eine Angestellte des Karatschai-Tscherkessischen Instituts für fortgeschrittene Erziehungswissenschaft. Es waren auch Vertreter der Regierung der Karatschai-Tscherkessischen Republik dabei: E. Kratov, der beglaubigte Vertreter für die Beziehungen mit religiösen Organisationen, und N. Suyunowa, die Ministerin für Nationale Angelegenheiten und Massenkommunikation.
Die Teilnehmerinnen am Projekt berichteten, wie sie im Laufe der Übersetzung des Neuen Testaments auf Nogaisch fortwährend Probleme lösen mussten. Diese hatten nicht nur mit der Rechtschreibung, der Wortbildung und dem Aufbau einer in sich stimmigen religiösen Terminologie zu tun, sondern auch mit Fragen wie der Übersetzung von Eigennamen oder des richtigen Gleichgewichts zwischen Literarsprache und Dialektmerkmalen. Die von ihnen getroffenen Entscheidungen haben ihrer Ansicht nach einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung und Bereicherung der nogaischen Sprache geleistet und den Trend der nogaischen Sprachstudien hin zu linguistischer und textlicher Forschung unterstützt. Dank der Übersetzungsarbeit am Neuen Testament ist der Wortschatz der religiösen Terminologie wieder belebt worden. Das neue Nogaisch-Russische Wörterbuch, das am Karatschai-Tscherkessischen Institut für Humanwissenschaften zur Veröffentlichung vorbereitet wird, nimmt diese religiöse Terminologie auf.
Ein bekannter nogaischer Schriftsteller, Isa Kapaev, nahm an der Diskussion teil und sagte: „Es gibt eine Überlieferung, wonach auf eine Empfehlung des Nogai Khan, eines der Führer der Goldenen Horde und Namensgeber unseres Volkes, im 13. Jahrhundert die Gebete der Bibel auf Nogaisch übersetzt worden sind. Ein erster Anlauf, das Neue Testament (in arabischer Schrift) zu übersetzen, wurde im 19. Jahrhundert durch die Schottische Mission im Kaukasus unternommen, aber das Schicksal dieser Übersetzung ist uns unbekannt.“ Isa Kapaev erwähnte die hohe Qualität der vorliegenden Übersetzung und auch des Buches als solchem. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass in etwaigen nächsten Ausgaben das Wörterverzeichnis erweitert wird und dass es im Vorwort einen historischen Überblick geben wird, über das, was in der vorrevolutionären Zeit auf diesem Gebiet auf Nogaisch und in den verwandten Turksprachen getan worden ist.
06.09.11 I Die offizielle Präsentation der Bibel in tuwinischer Sprache
Am 31. August 2011 fand die Einweihung der neuen Auferstehungskathedrale der Russischorthodoxen Kirche in Kysyl, der Hauptstadt von Tuwa, statt. Nach dem Einweihungsgottesdienst dankte Jonathan, der Erzbischof von Abakan und Kysyl, dem Patriarchen der Russischorthodoxen Kirche für seinen Besuch in Tuwa. Er legte dar, dass Tuwa für den Besuch Seiner Heiligkeit zwei grosse Geschenke bereitgestellt habe: die Kathedrale und die vom Institut für Bibelübersetzung ausgeführte erstmalige Übersetzung der Bibel in die tuwinische Sprache.
Seine Heiligkeit antwortete zu diesem Thema: „Ich bin sehr berührt von der Nachricht der Bibelübersetzung in die tuwinische Sprache. Dieses Ereignis eröffnet den Tuwinern die Möglichkeit, das Buch des Lebens zu lesen, und das ist von grosser geistlicher Bedeutung. Wenn wir die gegenseitigen religiösen Leitlinien und die moralischen Anforderungen kennen, dann ist es einfacher, miteinander in einen Dialog zu kommen – nicht nur in Verhandlungen zwischen Experten, sondern auch im alltäglichen lebendigen Dialog, der sich in friedlicher Kommunikation und in guter Zusammenarbeit ausdrückt.“
Am folgenden Tag, dem 1. September, wurde im Konferenzsaal des Nationalen Museums der Tuwinischen Republik die Bibel der Öffentlichkeit von Kysyl präsentiert. Speziell für diesen Anlass waren Marianne Beerle-Moor, die Direktorin des Instituts für Bibelübersetzung, und der Erzpriester Alexander Troitzki, der Chef-Bibliothekar der Synodalen Bibliothek des Moskauer Patriarchats, von Moskau nach Tuwa geflogen. Unter den Gästen waren Alexander Popow, Oberster Bundesinspektor des Russischen Präsidenten in der Sibirischen Region, Minister Juri Ananin, Abgeordneter des Ministerpräsidenten der Republik Tuwa, Dr. Kaadir-ool Bicheldey, Direktor des Tuwinischen Instituts für Geisteswissenschaften, Dr. Olga Khomushku, Rektorin der Staatlichen Universität von Tuwa, der Erzpriester Wiatscheslaw Dementiew, Dekan der Tuwinischen Region, Mitglieder des Übersetzungsteams, Wissenschaftler, Schriftsteller und andere Vertreter des kulturellen Lebens in Tuwa – insgesamt etwa 60 Personen.
Die Präsentation wurde auf Tuwinisch und auf Russisch gehalten. Den Anwesenden wurden von Mitgliedern des Übersetzungsteams auch Ausschnitte von verschiedenen alt- und neutestamentlichen Büchern vorgelesen. Verschiedene Redner betonten die grosse kulturelle und geschichtliche Bedeutung dieses Buches, und sie gaben ihrem Vertrauen Ausdruck, dass die tuwinische Sprache durch die Bibel bereichert und mit der Spiritualität der Weltkultur in Verbindung gebracht wird und dass in Zukunft die tuwinische Literatur vielleicht auch Themen von ewiger Perspektive aufnehmen wird.
26.08.2011 I Die Präsentation der ewenkischen Kinderbibel in Tura
Am 26. August 2011 fand in Tura, dem Zentrum der Autonomen Ewenkischen Region in Zentralasien, die Präsentation der vor kurzem erschienenen ewenkischen Kinderbibel statt. Der Anlass wurde durch das Zentrum für ethnische und kulturelle Erziehung der indigenen Völker „Bododekit“ organisiert. Unter den Gästen befanden sich Bruder Timotheus, der Pfarrer der Dreieinigkeitskirche in Tura, Anton Uchawan, Abgeordneter der Leitung der Ewenkischen Administration, der ewenkische Künstler Sergei Salatkin, Spezialisten des Zentrums für ethnische und kulturelle Erziehung und andere.
Die Übersetzung und Herausgabe der Kinderbibel wurde von allen Präsentationsteilnehmern sehr hoch eingeschätzt. Die Gäste hoben besonders hervor, dass die Ewenken wegen der Veröffentlichung eines solchen Buches sehr stolz sein können. N. Oegir, Lehrer der ewenkischen Sprache, schlug vor, dass das Studium der Kinderbibel in den Lehrplan der Schulen aufgenommen werden sollte.
Die CD-Aufnahme dieses Buches wurde während des Anlasses im Hintergrund abgespielt. Am Ende sangen die Kinder des ethnischen Nomaden-Sommerlagers „Arunkan“ ein Lied auf Ewenkisch. Alle Gäste erhielten die Kinderbibel mit der beigelegten CD-Aufnahme als Geschenk.
Es ist geplant, in näherer Zukunft den Text der ewenkischen Kinderbibel (Seite für Seite mit russischer Übersetzung) in jeder Ausgabe der lokalen Zeitung zu publizieren. So können wir zuversichtlich sagen, dass die Bibel in jedes ewenkische Haus Eingang finden wird.
01.07.11 I Die erstmalige Übersetzung der ganzen Bibel auf Tuwinisch wird
veröffentlicht
Das Institut für Bibelübersetzung hat die Arbeit an der erstmaligen vollständigen Übersetzung auf Tuwinisch beendet. Im Zusammenhang mit der Feier des 90. Jahrestages der Gründung der Republik Tuwa (Russische Föderation) in diesem Jahr ist die Veröffentlichung dieses Buches von besonderer Bedeutung.
Die Publikation der Bibel auf Tuwinisch ist das Resultat einer 20jährigen Arbeit durch das Übersetzerteam. Dieses besteht aus den Übersetzern und Übersetzerinnen N. Kuular, E. Mizhit und M. Kuzhuget, der Redaktorin L. Mizhit, den theologischen Überprüfenden V. Voinov, T. Kandaurowa und S. Sychev, den Beratern Dr.D.Clark und Dr.A.Desnitsky, der Verständlichkeitsüberprüferin E. Samba und weiteren Wissenschaftlern und Schriftstellern. Die Übersetzung ist mit dem Beglaubigungsstempel des Instituts für Linguistik an der Russischen Akademie der Wissenschaften versehen.
Der Veröffentlichung der vollständigen Bibel auf Tuwinisch sind folgende Publikationen vorausgegangen: Das Neue Testament (2001), die Kinderbibel (2001), „Vier Bücher des alten Israel“, mit den Büchern Ruth, Esther, den Klageliedern und Jona (2003) und der Pentateuch, die Psalmen und die Sprüche (2006).
Die feierliche Übergabe der tuwinischen Bibel an die tuwinischen Kirchen wird Anfang August in Kyzyl sattfinden, während die offizielle Präsentation unter der Mitwirkung von Vertretern der tuwinischen Regierung in der ersten Hälfte September geplant ist.
17.06.11 I Die Kinderbibel auf Ewenkisch in Begleitung einer Hörbuch-CD
Eine neue Übersetzung der Kinderbibel ist veröffentlicht worden, dieses Mal ist es die Kinderbibel auf Ewenkisch. Dieses Buch enthält die Nacherzählung der wichtigsten biblischen Themen; so können die Ewenken die Bibel in ihrer Muttersprache entdecken. Fachleute auf dem Gebiet der ewenkischen Dialekte und der Folklore haben während etwa zehn Jahren an diesem Buch gearbeitet: die Übersetzerin Dr. Nadeschda Bulatowa, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften (Institut für Linguistische Studien, St. Petersburg), und die Redaktorin Dr. Anna Myreewa, Mitglied der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften (Institut für Linguistische Studien, Jakutsk). Zuvor haben sie schon das Lukasevangeliums auf Ewenkisch übersetzt (2002).
Die Übersetzerin Nadeschda Bultowa sagt, die Herausgabe der Kinderbibel auf Ewenkisch sei ein herausragendes Ereignis, wenn man die linguistische Situation rund um die ewenkische Sprache betrachte. Ewenkisch figuriert auf der UNESCO-Liste der gefährdeten Sprachen. „Das Ansehen dieser Sprache ist gesunken. Die Menschen können nicht Ewenkisch lesen. In den Schulen wird nur auf der Primarstufe Ewenkisch gelernt“, sagt Nadeschda. Aus diesem Grund wurde während den Druckvorbereitungen dieses Buches entschieden, es zusammen mit einer Hörbuch-CD zu veröffentlichen, um das Textverständnis zu erleichtern.
Die ewenkischen Schulbücher basieren auf dem südlichen Dialekt, der im Ewenkischen Regierungsdistrikt (mit Tura als administrativem Zentrum) gesprochen wird. Doch viele weitere Ewenken, die einen östlichen Dialekt sprechen, leben ausserhalb dieses Distrikts. Bis jetzt sind nur einige wenige Folkloretexte für sie aufgenommen worden. Damit die Kinderbibel möglichst viele Menschen erreichen kann, hat das Übersetzungsteam beschlossen, das Buch in den östlichen Dialekt zu übersetzen. Gleichzeitig war es für die Mitglieder des Projekts wichtig, während den Verständnisüberprüfungen in Tura sicherzustellen, dass die Übersetzung auch dort verstanden wird.
Die Ewenken (mehr als 35'000 Menschen) sind über ein weites Gebiet verstreut – vom Jenissei bis Sachalin im Fernen Osten und von der Taimyrhalbinsel jenseits des Polarkreises bis nach China. Im jetzigen Zeitpunkt sind die Bücher unterwegs zu den Orten, wo ewenkische Gruppen leben. Die Verteilung der Bücher wird von Bibliotheken, Forschungs- und Bildungsinstitutionen, zentralen und regionalen Vereinigungen der einheimischen Völker, Kirchen und öffentlichen Kulturinstitutionen übernommen.
Während der bevorstehenden linguistischen Expedition der Russischen Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften in die Taimyr-Region wird die Verständlichkeit der Kinderbibel im Rahmen von Feldstudien unter den Ewenken getestet werden. Im Herbst sind dann in Tura und Jakutsk Präsentationen des Buches geplant. Dabei wird es schon möglich sein, über die ersten Resultate der Verteilung des Buches und die ersten Besprechungen zu berichten.
24.05.11 I Das Neue Testament auf Nogaisch
Die vom IBT durchgeführte Übersetzung des Neuen Testaments auf Nogaisch ist von der Druckerei ausgeliefert worden. Ende Mai sollen die Bücher in die von den Nogai bewohnten Gebiete geliefert werden. Die 1000 Exemplare werden in den Kirchen verschiedener Denominationen, in den örtlichen Bibliotheken und in den Schulen verteilt werden.
Der Name Nogai leitet sich von Nogai, einem Nachfahren des Dschingis Khan ab. Er war der eigentliche Führer der Goldenen Horde. Das Volk der Nogai bildete sich aus dem Zusammenschluss einiger Turk- und mongolischer Stämme, wobei die Mongolen nach und nach durch die Turkstämme assimiliert worden sind. Russischen historischen Aufzeichnungen zufolge siedelten sich die Nogaier am Ende des 15. Jahrhunderts in den nordkaukasischen Steppen an. Heute bilden die Nogaier in Russland eine Minderheit ohne staatliches System. Sie leben in der Region von Astrachan, in der Gegend von Neftekamsk im Gebiet rund um Stawropol, in Karatschai-Tscherkessien und in Tschetschenien.
Die Tatsache, dass die Nogaier über weite Gebiete zerstreut leben, macht die Entwicklung ihrer Sprache schwierig. Heute sprechen über 80% der Nogaier fliessend Russisch, obwohl 90% davon Nogaisch als ihre Muttersprache betrachten. Die Nogaier haben die drohende Gefahr des Verschwindens ihrer Sprache erkannt und haben begonnen, den obligatorischen Unterricht des Nogaischen an ihren Schulen zu fordern.
Die Massenislamisierung der Nogaier begann in der Zeit der Goldenen Horde im 14. Jahrhundert. Der Islam hatte einen starken Einfluss auf die geistige Kultur und auf die Traditionen des Volkes. Während der Sowjetzeit wurden die Moscheen zerstört und die meisten Mullahs kamen ins Gefängnis. Die Überlebenden mussten ihre religiösen Aktivitäten einstellen. Religiöse Unterweisung musste im Geheimen stattfinden. In den letzten Jahren haben alle Völker im Nordkaukasus eine religiöse Wiederbelebung erlebt: Moscheen werden gebaut, Gottesdienste finden statt, und es gibt Schulen, an denen man die Schüler im Lesen des Arabischen unterrichtet.
„Wenn wir an der Übersetzung der Bibel auf Nogaisch arbeiten, entdecken wir die Tiefen unserer Sprache wieder – wir haben viele Begriffe, die aus unserem Wortschatz bereits verschwunden sind, wieder gefunden. So hilft unsere Arbeit mit, dass unsere Sprache überleben kann!“ sagt eine der Bibelübersetzererinnen.
Die Bibelübersetzung trägt zur Entwicklung und zur Bereicherung der Sprache bei. Das Neue Testament auf Nogaisch zu übersetzen, hat mitgeholfen, Probleme zu lösen, auch solche, die sich auf die Regelung der religiösen Terminologie beziehen. Während vielen Jahrzehnten waren die sich auf Religion und religiöses Handeln beziehenden Ausdrücke in den Wörterbüchern nicht aufgenommen und verblieben so praktisch nur als passiver Wortschatz in der Sprache. So fehlen im Russisch-Nogaisch-Wörterbuch, das 1963 veröffentlicht worden und bis heute das einzige zweisprachige Wörterbuch für Nogaisch geblieben ist, sogar Begriffe wie Inzhil „Evangelium“, kyzmet, „Gottesdienst“, Zabur „Psalmen“, Tanri „Gott“, usw. Dank der Übersetzung des Neuen Testaments ist der Wortschatz in der religiösen Terminologie wieder belebt worden. Und im neuen Nogaisch-Russisch-Wörterbuch, das am Karatschai-Tscherkessischen Institut für Humanwissenschaften für die Veröffentlichung vorbereitet wird, ist die religiöse Terminologie miteingeschlossen.
Jede neue Bibelübersetzung ist ein weiterer Schritt in der Kenntnis der ewigen menschlichen Werte und ein Festhalten daran. Das führt zur Stärkung der gegenseitigen Verständigung zwischen Völkern mit verschiedenen Religionen. Das Neue Testament auf Nogaisch wird das Volk der Nogai in die weltweite Kultur integrieren und wird gleichzeitig das Prestige ihrer Sprache und ihrer Kultur erhöhen.
20.04.11 I Neue Ausgabe des mehrsprachigen Osterprologs „Im Anfang war das Wort...“
Auf Ostern 2011 hat das Institut für Bibelübersetzung eine neue Ausgabe des Osterprologs veröffentlicht. Dieser wird in der Russisch-Orthodoxen Kirche während der Osternachtfeier in verschiedenen Sprachen vorgelesen. Der biblische Text (Johannes 1,1-17) wird in dem Buch in 84 Sprachen vorgelegt. Einige davon sind alte Sprachen, während andere, moderne Sprachen in Russland gesprochen oder gebraucht werden.
Drei Jahre sind seit der Erstveröffentlichung dieses Buches, das bei den Leserinnen und Lesern auf grosses Interesse gestossen ist, vergangen. Wir haben viele Anfragen für eine weitere Ausgabe erhalten. Die neue, überarbeitete und erweiterte Auflage des Osterprologs enthält acht neue Sprachen: Georgisch, Itelmenisch, Ketisch, Kirgisisch, Tatisch, Udisch, Uigurisch und Jiddisch.
Am Vorabend von Ostern ist eine grosser Teil der Ausgabe der Missionsabteilung und der Abteilung für die Beziehung zu den Streitkräften der Russisch-Orthodoxen Kirche übergeben und in mehr als hundert russisch-orthodoxe Bistümer in Russland und im Ausland verschickt worden.
Wir hoffen, dass das Buch mit der österlichen Schriftlesung in den liturgischen Feiern dienen wird und dass in der Osternacht der kommenden Jahre in vielen Kirchen der Prolog in den Sprachen der Völker Russlands gehört werden kann.
01.04.11 I Das IBT veröffentlicht ein Fachbuch „Die Übersetzung der Bibel als Faktor der Entwicklung und Bewahrung von Sprachen in Russland und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)“
In der Sammlung von Artikeln unter dem Titel „Die Übersetzung der Bibel als Faktor der Entwicklung und Bewahrung von Sprachen in Russland und der GUS“ werden einige grundlegende Schwierigkeiten bei der Übersetzung der Bibel in Sprachen der Völker in Russland und der GUS behandelt. Das Verschwinden und das Aussterben von Sprachen, ein Problem, dem die moderne Gesellschaft gegenübersteht, bildet das Hauptthema dieser Monografie
Das Institut für Bibelübersetzung setzt sich in Zusammenarbeit mit führenden Spezialisten aus akademischen Institutionen der Russischen Akademie der Wissenschaften nicht nur für die eigentliche Übersetzungsarbeit ein, sondern auch für die Entwicklung von theoretischen Grundlagen für die Bibelübersetzung. Diese basieren auf sorgfältiger Forschung und berücksichtigen die kulturellen und linguistischen Gegebenheiten der multi-ethnischen russischen Gesellschaft. Probleme, die in Verbindung mit der Bibelübersetzung stehen, sind mehrmals an wissenschaftlichen Tagungen und gemeinsamen Konferenzen mit der Akademie der Wissenschaften behandelt worden, so 1996, 2000 und 2008, und ebenfalls an zahlreichen Workshops und Seminaren.
Die Bibelübersetzung ist ein Gebiet der Geisteswissenschaften, das mindestens drei Disziplinen umfasst, nämlich die Linguistik (besonders die Übersetzungstheorie), die Kulturstudien und die Theologie. Dazu kommt, dass sich einige spezifische Merkmale der Bibelübersetzung nicht leicht in der allgemeinen Übersetzungstheorie unterbringen lassen.
Die vielfältigen Abschnitte der Monografie decken ein weites Feld von Themen ab: allgemeine Fragen und Probleme, die Art und Weise, wie sich die Merkmale der Bibelübersetzung auf den verschiedenen Ebenen der Sprache zeigen, soziolinguistische und historische Aspekte der Bibelübersetzung, usw. Die Autorinnen und Autoren des Fachbuchs zeigen den Beitrag der Bibelübersetzung zur Entwicklung der Sprachen auf und weisen darauf hin, dass jeder neu übersetzte Text ein einzigartiges Ereignis darstellt. Es geht in diesem Buch vor allem darum, zu zeigen, dass übersetzte Bibeltexte erfolgreich in der wissenschaftlichen Forschung gebraucht werden können.
Die meisten Artikel beziehen sich auf die Übersetzung der Bibel in Sprachen, die erst vor Kurzem zu Schriftsprachen geworden sind, d.h. auf Sprachen, die noch keine festgelegten schriftlichen Normen und oft sogar weder ein Alphabet noch Rechtschreibe- und Interpunktionsregeln haben. Das Buch enthält auch Artikel über die vielfältigen Aspekte der Wirkung der Bibelübersetzung auf die Sprachen der Welt und im Besonderen der Russischen Föderation.
Diese Monografie des Instituts für Bibelübersetzung ist am 15. Jahrestag der Eröffnung des Instituts in Moskau und zu Ehren des IBT-Gründers, auswärtigen Mitglieds und Doktors honoris causa der Russischen Akademie der Wissenschaften, Dr. Borislaw Arapowitsch, herausgekommen.
22.03.11
I Die erste
Übersetzung des Pentateuch auf Kurdisch (Kurmandschi) ist erschienen
Der Pentateuch ist die zweite Veröffentlichung in einer Reihe von Übersetzungen
der alttestamentlichen Bücher auf Kurmandschi, einem Dialekt der kurdischen
Sprache. Diese Ausgabe ist in zwei Versionen publiziert worden, nämlich
in kyrillischer und in lateinischer Schrift. Dies geschah auf den Wunsch
der Leser hin, speziell der Kurden, die in den früheren Sowjetrepubliken
leben, weil dort von den kyrillischen auf die lateinischen Schriftzeichen
gewechselt worden ist.
Die früheren Ausgaben von Ruth, Esther und Jona wurden
auch in zwei Schriftarten gedruckt (als parallele Texte in einem Buch),
um den Übergang zum lateinischen Alphabet zu erleichtern und um den
Leserinnen und Lesern zu helfen, das Lesen in ihrer Muttersprache zu
beherrschen. Für die Kurden in Armenien und in Russland ist es nämlich
besonders schwierig, in ihrer Muttersprache zu lesen, da das Kurmandschi-Kurdische
in den Schulen nicht unterrichtet wird.
Im Jahr 2000 hat das IBT die Übersetzung des Neuen
Testaments auf Kurdisch (Kurmandschi) herausgegeben. Seither sind viele
Kommentare der Leserinnen und Leser zu der Übersetzung gesammelt worden.
Eine revidierte Ausgabe des Neuen Testaments wird nun zur Veröffentlichung
vorbereitet. Wie die Bücher des Alten Testaments wird auch der Neudruck
des Neuen Testaments in zwei Versionen – in kyrillischer und in lateinischer
Schrift – erscheinen.
07.03.11
I
Präsentation
der Kinderbibel in der gagausischen Sprache an der Staatlichen Universität
in Comrat
Am 3. März 2011 wurde auf die Initiative der gagausischen
Verwaltung hin die gagausische Kinderbibel präsentiert. Im Saal
der Staatlichen Universität in Comrat kamen mehr als 250 Gäste
zusammen – Studenten, Lehrer, Vertreter der gagausischen Verwaltung,
Vertreter des Bistums von Gagausien und Comrat der Russischorthodoxen
Kirche, Intellektuelle und die Medien. Die Präsentation erfolgte
auf Russisch und auf Gagausisch.
Folgende Personen haben sich während vier Jahren
an den Vorbereitungsarbeiten für die Kinderbibel beteiligt: Aus
Moldawien: Peter Chebotar, der Übersetzer, ein berühmter gagausischer
Schriftsteller und Dichter; die Redaktorinnen der Übersetzung,
im Besonderen Dr. Iwana Bankowa, Rektorin der Staatlichen Universität
in Comrat, und Dr. Ludmila Pokrowskaja, eine berühmte Turkologin
und Schöpferin des modernen gagausischen Alphabets; aus Russland:
Natalia Manzienko, die Koordinatorin des gagausischen IBT-Übersetzungsprojekts,
und aus den USA: Vitaly Voinov, der Exegeseberater, ein talentierter
Turkologe und Bibelwissenschaftler.
Die Präsentation wurde durch Nikolay Stoyanow,
den Vizepräsidenten des Exekutivkomitees der gagausischen Verwaltung,
eröffnet. Er war es, der für die finanzielle Unterstützung
eines Teils der Kosten für die Verteilung des Buches gesorgt hatte.
In seiner Rede unterstrich er, dass geistliche Bildung bei der Geburt
eines Kindes beginnen müsse und dass er sich wünsche, dass
dieser Veröffentlichung weitere Bücher über die Bibel
für die gagausischen Kinder folgen möchten.
Der Vorsitzende des IBT-Ausschusses, Erzpriester Alexander
Troitski, gab einen Überblick über die russische Bibelübersetzung
und lenkte den Blick auf den vorherrschenden Trend, der in verschiedenen
Ländern und bei verschiedenen Sprachen festgestellt werden kann:
Zuerst erscheinen freie Bearbeitungen und Erzählungen, dann kommen
einzelne biblische Bücher heraus, und zuletzt wird die ganze Bibel
veröffentlicht. Erzpriester Alexander drückte seine Hoffnung
aus, dass mit der Zeit die vollständige Bibel in der gagausischen
Sprache erscheinen werde, und er fügte bei, dass das IBT offen
sei, bei dieser schwierigen und komplizierten Aufgabe mitzuhelfen.
Peter Chebotar, der Übersetzer der Kinderbibel,
sprach über die für ihn neue Erfahrung, gemeinsam mit anderen
die wissenschaftliche Arbeit des Übersetzens mit IBT durchzuführen,
und dies in Übereinstimmung mit modernen Methoden der Bibelübersetzung,
die den übersetzten Text in einer ganzen Reihe von Schritten verschiedenen
Kontrollen, Überprüfungen und Tests unterwerfen.
Der Erzpriester Peter Kelesch, Dekan der Gagausischen
Orthodoxen Kirchen, überbrachte Grüsse des gagausischen Klerus
und bemerkte, dass dieses Buch helfen würde, das Gebot des Erlösers
„Lasset die Kinder zu mir kommen“ auszuführen. Und
er fügte bei: „Welche Sprachen wir auch immer sprechen mögen,
in schwierigen Momenten wenden wir uns in unserer Muttersprache an Gott.
Und wenn ein Kind dieses Buch liest, wird Gott in dessen Muttersprache
zu ihm reden, und er wird näher bei ihm sein.“
15.02.11
I Die Kinderbibel
erscheint auf Gagausisch
Die Kinderbibel wurde durch das IBT auf Gagausisch übersetzt und
in Kischinew, der Hauptstadt von Moldawien, gedruckt. Das Buch hat den
Segen des Orthodoxen Bischofs Anatolij von Kischinew und Comrat erhalten.
Der Rezension des gagausischen Klerus zufolge „werden die gagausischen
Kinder und Erwachsenen, die oft von ihrer eigenen Kultur, ihren Traditionen
und Glaubensinhalten entfremdet sind, ganz bestimmt von diesem Buch
in ihrer Muttersprache profitieren. Es wird nicht nur einen guten Dienst
in der missionarischen Arbeit leisten, sondern auch in der geistlichen
und der kulturellen Bildung.“
Die Gagausen sind ein kleines, christliches Turkvolk,
das vor allem im Südwesten von Moldawien rund um die drei Städte
Comrat, Tschadyr-Lunga und Vulcanesti lebt. Es gibt auch Gagausen in
der Südukraine, in Bulgarien, Rumänien
und der Russischen Föderation. Weder einheimische noch ausländische
Spezialisten waren bisher in der Lage zu klären, ob die Gagausen
ursprünglich Bulgaren sind, die die Turksprache angenommen haben,
oder ob es sich um Turkstämmige handelt, die sich vom Islam zum
orthodoxen Christentum bekehrt hat.
Das Neue Testament auf Gagausisch wurde erstmals 2006
durch das IBT hersausgegeben und von den Gagausen freudig begrüsst.
Die Kinderbibel wird das gagausische Volk in alle biblischen Bücher
einführen. Im Zusammenhang mit dem Wechsel der kyrillischen zu
der lateinischen Schrift ist die Herausgabe der Kinderbibel in beiden
Schriftarten erfolgt, damit den Leserinnen und Lesern verschiedener
Generationen gedient ist: in kyrillischer Schrift gab es 3000 Exemplare
für ältere Menschen, in lateinischer Schrift 1200 für
die jüngeren. Diese Bücher werden in den Schulen, in den Bibliotheken
und in den Kirchen von Gagausien gleichermassen nützlich sein.
15.01.11
I Die erste
Übersetzung des Lukasevangeliums auf Darginisch
Jetzt hat das IBT eine Übersetzung des Lukasevangeliums auf Darginisch
herausgegeben. Der erste darginische Bibeltext, das Markusevangelium,
ist 2002 bei IBT erschienen und 2007 nachgedruckt worden.
Die Darginer (510'000) sind die zweitgrösste ethnische
Gruppe in Dagestan. Die darginische Sprache gehört zum Nakh-Dagestanischen
Zweig der kaukasischen Sprachfamilie.
Das Christentum kam im 4.-5. Jahrhundert über
das kaukasische Albanien nach Dagestan. Drei Jahrhunderte später
brachten die Araber dem darginischen Volk den Islam. Dieser wurde bis
im 14. Jahrhundert fest als offizielle Religion etabliert. Ungeachtet
der Einschränkungen der Glaubensfreiheit während der Sowjetzeit
gelang es den Darginern, ihre islamischen Traditionen zu erhalten.
Es gibt eine kleine, aber stetig wachsende Gruppe von
darginischen Christen, die auf ihr erstes Neues Testament warten.
Darginisch ist eine Schriftsprache. Die ersten Informationen
über die darginische Sprache erschienen in der zweiten Hälfte
des 18. Jahrhunderts. Die traditionelle arabische Schrift wurde 1928
durch die lateinische und 1938 durch die kyrillische ersetzt. Gegenwärtig
wird die darginische Sprache in der 1.-4. Klasse der Sekundarschule
unterrichtet, und sie kann auch als Fach an der Dagestanischen Staatlichen
Universität studiert werden. Einige Zeitungen und Zeitschriften
erscheinen auf Darginisch. Ebenso gibt es Schulbücher, Lehrbücher,
Wörterbücher Gedichtsammlungen, Erzählungen und Romane
auf Darginisch. Auf der Bühne des Nationalen Darginischen Theaters
werden Stücke in darginischer Sprache aufgeführt.
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