Institut für Bibelübersetzung _


Übersetzung und Verlegung von biblischen Texten in Sprachen nichtslawischer Volksgruppen Russlands und anderer Länder der GUS


 

   
   
  Nachrichten 2010
 

25.05.10 I Verleihung eines Ehrendiploms als auslandischem Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften an den IBT-Grunder Dr. Borislav Arapovic

„Gott segne Russland“ – das waren die Schlussworte von Dr. Arapovics Dankesrede anlasslich der Feier, an der ihm das Ehrendiplom als auslandischem Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften verliehen worden ist.

Borislav Arapovic ist 1935 in Bosnien-Herzegowina geboren worden und spater nach Schweden emigriert. 1973 grundete er in Stockholm das Institut fur Bibelubersetzung (IBT) mit dem Ziel, biblische Texte in die Sprachen der nichtslawischen Volker der Sowjetunion zu ubersetzen und zu veroffentlichen. Wahrend 24 Jahren war er Direktor des IBT (bis 1997). Auf seine Initiative hin wurde Anfang der 1990er Jahre ein Zweig des Instituts in Moskau eroffnet, und ein Zusammenarbeitsabkommen zwischen dem IBT und der Russischen Akademie der Wissenschaften wurde unterzeichnet. 1997 konnte die russische Organisation Institut fur Bibelubersetzung mit dem Segen des verstorbenen Patriarchen Alexej II. Buroraume auf dem Gelande des fruheren St. Andreas-Klosters beziehen, wo sie bis heute ihren Sitz hat. Im Laufe der Zeit haben die Mitarbeitenden des IBT eine grosse Anzahl von Projekten bearbeitet und Bibelteile in mehr als 80 nichtslawische Sprachen ubersetzt, die in Russland und in anderen GUS-Staaten gesprochen werden.

Im Namen von zahlreichen russischen Kollegen und Freunden wurde Dr. Arapovic durch den Wissenschaftler E. Chelyshev willkommen geheissen und begluckwunscht. Die feierliche Verleihungszeremonie fand im Beisein von vielen Gasten statt, unter denen sich auch der Vertreter der Kroatischen Botschaft, Herr Igor Prelovsek, befand. Wahrend seines Aufenthalts in Moskau besuchte Dr. Arapovic auch das Institut fur Bibelubersetzung, wo freundschaftliche Treffen mit Kolleginnen und Kollegen stattfanden.


12.05.10 I Die Psalmen in parallelen Texten auf Georgisch

In der Liturgie der georgischen Kirche wird immer noch der im 11. Jahrhundert ubersetzte Psalmentext gebraucht. Da dieser alte Text heute sehr schwer verstandlich ist, hat das IBT eine Anpassung fur die private Lekture vorgenommen. Dieses Projekt ist mit dem Segen des georgischen Patriarchen Ilja II. und in Zusammenarbeit mit der Georgisch-Orthodoxen Kirche ausgefuhrt worden. Das Anfang Mai herausgekommene Buch enthalt drei parallele Texte auf Georgisch: Die aus dem 11. Jahrhundert stammende Ubersetzung in zwei verschiedenen Schriften und die Anpassung der Psalmenubersetzung in modernem Georgisch. Diese Arbeit wurde im Herbst 2004 in Angriff genommen. Viele georgische Spezialisten haben am Projekt mitgewirkt.

Am 11. Mai fand im Patriarchat der Georgisch-Orthodoxen Kirche in Tbilisi in Gegenwart des Patriarchen Ilja II. eine Prasentation der Psalmen in parallelen Texten statt. Mitglieder der Ubersetzergruppe, Wissenschaftler der Universitat und der Akademie der Wissenschaften und Studenten der geistlichen Seminare und Akademien in Tbilisi waren unter den Teilnehmenden, ebenso wie Vertreter des kulturellen Lebens und der Medien. Der Anlass stand unter der Leitung von Ketevani Gadilia, der administrativen Koordinatorin des Projekts. Die Teilnehmenden begrussten diese Herausgabe und erwahnten, dass diese Publikation den Leserinnen und Lesern neue Kenntnisse vermitteln und ihr Verstandnis der Psalmen verbessern werde. Der Text wird auch in den Seminaren und fur Textvergleiche Verwendung finden.


13.05.10 I Diskussion am runden Tisch uber die erste Veroffentlichung des Neuen Testaments auf Chakassisch

Am 13. Mai fand in der Nationalen Bibliothek von Akaban, der Hauptstadt von Chakassien in Sudsibirien, eine Diskussion am runden Tisch uber das kurzlich erschienene Neue Testament auf Chakassisch statt. Mitglieder des Ubersetzerteams, Mitglieder der chakassischen Schriftstellerunion und Vertreter des kulturellen und des religiosen Lebens, sowie von Bildungsinstitutionen waren unter den Teilnehmenden, ebenso wie Journalisten vom Fernsehen, vom Radio und von der Presse.

Der Anlass wurde vom Ubersetzer Ilja Topoev geleitet. Einige Mitglieder des Ubersetzerteams, unter ihnen Galina Litvinenko und Tatjana Borgojakova, erzahlten uber ihre Arbeit an der Ubersetzung und einige Teilnehmer druckten ihre Dankbarkeit daruber aus, dass es das Neue Testament nun auch in der chakassischen Sprache gibt. Ein Teilnehmer sagte: „Dieses Buch wird der chakassischen Sprache neues Leben geben“, und ein anderer fuhr fort: „Das ist eine grosse Leistung fur unsere Kultur und fur das geistliche Leben unseres Volkes. Ich mochte die Verwaltung unserer Republik bitten, sich fur die Verbreitung dieses Buches einzusetzen. Es ist an der Zeit, dass sich unser Volk aus der schamanistischen Weltsicht erhebt und sich dem hochsten Gott zuwendet.“


07.04.10 I Das erste Neue Testament in der Sprache der Tabassaranen ist veroffentlicht

Ende Marz ist das Neue Testament in der tabassaranischen Sprache aus der Druckerei gekommen. Nach dem Neuen Testament auf Awarisch und auf Kumukisch ist dies das dritte NT, das in einer in Dagestan gesprochenen Sprache vom IBT herausgegeben wird.

Die Tabassaranen (132'000) leben im Sudwesten von Dagestan. Sie werden als eines der ursprunglich im Kaukasus lebenden Volker betrachtet. Hinweise, die sie betreffen, gehen auf die fruhchristliche Zeit zuruck. Nach der arabischen Eroberung im 8.-9. Jahrhundert nahmen die Tabassaranen den Islam an. Vorher gab es christliche Elemente in ihrer Kultur. Geschichten aus dem Alten Testament und sogar von Jesus sind in Volksliedern und Sprichwortern erhalten. Abbildungen vom Kreuz findet man auf Teppichen, in Holz geschnitzt oder in Stein gemeisselt. Die Tabassaranen gehoren zur Ibero-Kaukasischen Sprachgruppe.

Die Veroffentlichung des Neuen Testaments ist das Resultat von beinahe zwanzig Jahren Arbeit. Verschiedene prominente tabassaranische Schriftsteller und Spezialisten haben wahrend dieser Zeit am Ubersetzungsprozess teilgenommen.

1997 sind das Markusevangelium, 2000 das Lukasevangelium und 2004 die vier Evangelien und die Apostelgeschichte veroffentlicht worden; Ende 2009 kamen noch die „Geschichten von Jesus“ dazu. Das Ubersetzerteam plant nun, die Arbeit mit den Buchern des Alten Testaments fortzusetzen.

Mit der Herausgabe des Neuen Testaments in ihrer Sprache haben die Tabassaranen ein sehr wichtiges Buch bekommen, das ihnen eine neue Welt eroffnen wird. Neben seinem geistlichen Wert wird der Text dazu beitragen, die tabassaranische Sprache zu entwickeln und ihren Wortschatz mit neuen Ausdrucken, Konzepten und Redensarten zu bereichern. Wir hoffen, dass dieses Buch ein Segen fur das tabassaranische Volk wird.


15.03.10 I Das Markusevangelium auf Nenzisch

Im Februar ist das nenzische Markusevangelium aus der Druckerei gekommen, und einige Wochen spater sind auch die Horbuch-CDs mit dem gleichen Text geliefert worden. Die Bucher und die CDs sind nach Nordsibirien verschifft worden, und wir hoffen, dass sie das nenzische Gebiet in der Zeit erreichen werden, wo die Flusse noch zugefroren sind, so dass auch die weit abgelegenen Dorfer beliefert werden konnen.

Das Markusevangelium ist von Nenzen, die das traditionelle Leben in ihrem Heimatland fuhren, ubersetzt worden. Eine wachsende Gruppe von nenzischen Glaubigen erwartet dieses Evangelium mit Sehnsucht, sind sie doch personlich in den Ubersetzungsprozess einbezogen, sei es durch ihre Mithilfe beim Testen der Ubersetzung oder durch den Gebrauch der Texte in den Gottesdiensten. Viele haben dafur gebetet und fur das Projekt Geld gesammelt. Der Text ist gleichzeitig als Horbuch aufgenommen worden, weil viele Nenzen nicht ans Lesen ihrer eigenen Sprache gewohnt sind.

Die Exegeseberaterin aus Sudkorea sagt: „So wie der Autor des Markusevangeliums sein Bestes gab, um den Heiden die Gute Nachricht verstandlich zu machen, so haben wir unser Bestes gegeben, um die Gute Nachricht klar und genau in die Alltagssprache der Nenzen zu ubersetzen.“

„Wir freuen uns sehr, dass wir die Horbuchversion des Markusevangeliums zusammen mit dem Buch haben. Wenn die Nenzen die CD horen und dabei dem geschriebenen Text folgen konnen, wird es ihnen bestimmt beim Lesen helfen. Das lebendige Wort Gottes wird ihnen Hoffnung bringen.“


02.02.10 I Erste Veroffentlichung des Neuen Testaments in der chakassischen Sprache

Anfang Februar kamen die ersten Exemplare des chakassischen Neuen Testaments aus der Druckerei. Bis jetzt ist das Neue Testament in nahezu 1200 Sprachen ubersetzt worden. Nun gehort die chakassische Sprache auch dazu.

Die ersten Schritte zu dieser Publikation waren die Probeveroffentlichungen des Markusevangeliums (1995), der Apostelgeschichte (1999) und eines Buches, das das Johannesevangelium, die Johannesbriefe und die Offenbarung enthalt. Ein wichtiger Meilenstein, der die chakassischen Leser auf das Neue Testament vorbereiten sollte, war die Herausgabe der vier Evangelien im Jahr 2007 und der illustrierten Kinderbibel im Jahr 2008.

Das chakassische Neue Testament ist vor allem fur den privaten Gebrauch bestimmt. Der Anhang enthalt Landkarten von Palastina und dem Mittleren Osten, Fotos von biblischen Statten und ein Glossar mit Erklarungen der wichtigsten neutestamentlichen Worter und Begriffe.

Anlasslich der Vorstellung der Kinderbibel in der Nationalen Bibliothek von Abakan im Oktober 2008 ist die bevorstehende Veroffentlichung des chakassischen Neuen Testaments angekundigt worden. Die Reaktionen darauf waren sehr positiv. „Dieses heilige Buch wird als Basis fur unsere geistliche Erziehung dienen, es wird den Anwendungsbereich der chakassischen Sprache erweitern. Zugleich werden wir diese Ubersetzung fur wissenschaftliche und bildungsmassige Zwecke brauchen konnen, sie wird der Nationalsprache hoheres Ansehen verleihen und den kulturellen Reichtum des chakassischen Volkes vertiefen und vermehren“, so ausserten sich einige derTeilnehmer.


18.01.10 I Die Psalmen in der jakutischen Sprache

Im Januar 2010 ist eine Ubersetzung der Psalmen auf Jakutisch erschienen. Die Psalmen sind das beliebteste und das am meisten gelesene Buch des Alten Testaments. Sie schenken Trost in den Noten und Problemen des Lebens, durch sie konnen wir unsere Leiden, unsere Hoffnung und Liebe, unseren Glauben und die Freude am Leben mit Gott ausdrucken.

Die Psalmen sind bereits im 19. Jahrhundert durch russisch-orthodoxe Missionare vom Griechischen in die jakutische Sprache ubersetzt worden. Diese Ubersetzung bedeutete dem jakutischen Volk sehr viel. Leider ist es fur moderne jakutische Leser sehr schwierig, dieses vor mehr als 100 Jahren ubersetzte Buch zu verstehen. Die auf dem masoretischen Text basierende neue Ubersetzung unterscheidet sich ein wenig von dem alteren, auf der griechischen Septuaginta grundenden Text. Einige dieser Abweichungen werden in Fussnoten auf jeder Seite erlautert.

Das Team, das die Psalmen in seine Muttersprache ubersetzte, bestand aus dem bekannten jakutischen Autoren D. K. Sistev und aus der IBT-Ubersetzerin Sargylana Leontyeva. Der jakutische Dichter S. Rufov war der philologische Redaktor und Dr. David Clark der exegetische Berater. Er betreute die ganze Ubersetzung.

Auf Jakutisch sind fruher beim IBT Russland/GUS bereits das Neue Testament (2004,2008) und eine kleine Schrift mit sechs Psalmen erschienen (2007; aus der griechischen Septuaginta fur den liturgischen Gebrauch ubersetzt).


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2005-2010 Institut für Bibelübersetzung. Alle Rechte vorbehalten. Letzte Aktualisierung 05.07.2010
     
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